Dienstag, 9. Juni 2009

Was in der Zeitung steht...

...stimmt meistens.

Auch wenn es in der
Vivadrina steht. Nun gut, hin und wieder geht die Vivadrina etwas zu weit und schreibt Sachen, die fast in einem Rechtsstreit mit der Studierendenschaft enden (TOP 5). Aber nur fast. Das meiste in der Vivadrina ist zwar unterhaltsam, aber politisch belanglos. Zum Beispiel eine Geschichte über den Thrill, alleine durch die Mensa zu gehen oder Ausflugstipps auf beiden Seiten der Oder. Das liest sich gut.

Doch sobald es politisch wird, gerät die Sache in fragwürdige Gewässer. Jetzt ist in der Vivadrina zu lesen, warum die Sprachgebühren gerechtfertigt sind. Interessant. Das Studierendenparlament beschloss mit 12 Stimmen bei einer Enthaltung und ohne Gegenstimme, dass dem Senat ein Modell zur sinnvollen Gestaltung der Sprachgebühren vorgelegt wird. Das bedeutet, dass dabei aus allen Fraktionen, von liberal bis kurz-vor-kommunistisch, dafür gestimmt wurde. Dieses Mal tritt nicht mal eine Liste zur Wahl an, die die Sprachgebühren für angemessen hält. Man könnte also meinen, dass dies in der (politischen) Studierendenschaft der breite Konsens ist.

Nun kommt also die Vivadrina und teilt uns mit, dass das doch alles völlig angemessen sei. Beiträge zur politischen Meinungsbildung, die längst abgeschlossen ist? Oder stecken andere Motive dahinter? Verkaufen sich provokante Leitartikel besser? Das wäre zwar nicht schön, aber auch die Zeitung mit den vier Buchstaben macht das so.

Über alles, was darüber hinaus geht, kann man nur spekulieren. Nutzt die Uni ein grundsätzlich unpolitisches Käseblatt, um gezielt politisch Stimmung zu machen? Spekulation...

Nun, zurück zu dem, was wir wissen. Gehen wir davon aus, dass der gesunde journalistische Rebellengeist Antrieb dieses Artikels ist. Dass sich ein paar versprengte Lobbyisten versteckter Studiengebühren gegen den absoluten Mainstream stellen. Dann war es ein hehres Motiv.


Und wenn es tatsächlich dazu kommt, dass der Vivadrina-Artikel als Beitrag zur Meinungsbildung angenommen wird, ja, wenn die Studierenden auf die Barikaden gehen, wenn Steine fliegen, wenn die Uni brennt, und das nur, um die Sprachgebüren zu erhalten, dann...

Danke Vivadrina.


Nachtrag, 26.6.: Eine entschärfende Fortsetzung dieses Artikels findet sich hier ("Wir stellen richtig (1)").

3 Kommentare:

  1. Liebe JuSo-Hochschulgruppe,

    hier spricht Thomas Bruckert, ein Vertreter des Studierendenmagazins vivadrina. Uns erfreut, dass wir eure Aufmerksamkeit bekamen, würden es allerdings begrüßen , wenn ihr keine Unwahrheiten über unseren Artikel verbreiten würdet. Ich schlage vor, dass ihr unseren Artikel auf Seiten 8-10 (Heft 2, 2009) lest, ehe ihr über dessen Inhalt urteilt. Vielen Dank.

    AntwortenLöschen
  2. Lieber Thomas Bruckert,

    hier spricht Michael von den Jusos. Ich habe diesen Beitrag nicht geschrieben und spreche hier als "unbeteiligter Dritter". Nach der Lektüre beider Artikel kann ich nicht erkennen, dass hier Unwahrheiten stehen. In Eurem Artikel steht unmissverständlich, dass Ihr die Sprachgebühren für gerechtfertigt haltet. Zitat: "Wir haben also gelernt, dass die Gebühren nötig sind".
    Genau so wie Ihr von anderen einfordert, dass sie Eure Meinung respektieren, müsst Ihr Euch das ebenso gefallen lassen.
    Vielen Dank.

    AntwortenLöschen
  3. Hallo, hier ist erneut Thomas.

    Schön, dass ihr einen Satz aus dem ganzen Artikel zitiert. Schade, dass der Rest des Artikels nicht bei euch ankam.

    AntwortenLöschen